Eine Reise zu coworking (a journey into coworking)
Wir waren auf Besuch bei zwei Coworking Spaces in Köln. Es war eine Reise zu ganz unterschiedlichen Orten. Der erste Besuch ging ins rechtsrheinische Coworking, mit Sitz im alten Motorenwerk der Deutz-Werke, wo im 19. Jahrhundert Innovations- und Industriegeschichte geschrieben wurde. Das Coworking findet dort derzeit auf ca.150qm statt (ausbaufähig). Unser zweiter Besuch führte uns wieder auf die linke Rheinseite an die Schnittstelle Ehrenfeld - Belgisches Viertel zum sog. betahaus, ein konzeptioneller, wie inhaltlicher Ableger des betahaus in Berlin. Dort findet das Coworking auf insgesamt ca.700qm statt.
Nun, ein erster offensichtlicher Unterschied ist die Lage der beiden Locations. Die moderne Dienstleistungsgesellschaft lebt und arbeitet eher in Ehrenfeld oder im Belgischen Viertel. Die Lage des Coworking in Köln Deutz liegt im Umfeld der Messe-Köln und ist von den alten Industriebrachen geprägt, mit viel Charme und viel Potenzial. Ein weiterer Unterschied ist die organisatorische Form der beiden Spaces und das unterschiedliche finanzielle Investment. Im Deutzer Motorenwerk hat man die Form eines Vereins gewählt. Die innere Organisation basiert auf Eigeninitiative und Verabredung untereinander. Die Bereitschaft sich produktiv einzubringen ist erwünscht und bietet sicherlich auch eine Bandbreite an Möglichkeiten. Veranstaltungen und Events finden ebenfalls statt, sowie ein reger Austausch mit anderen Spaces und Coworkern, gerade ging ein Coworker-Camp zuende. Das betahaus wird als GmbH geführt und man versteht sich als ein Unternehmen das im Konzept „betahaus“ eine eindeutige Idee umsetzen will. Deutlich wurde auch, dass die Gründung eines Coworking Space, wie das betahaus, in erster Linie eine Unternehmensgründung ist, bei der es auf unternehmerische Kompetenzen und eine tragfähige Kalkulation ankommt. Eine rege Community und Präsenz in Netzwerken, eine Etablierung des Spaces im direkten Umfeld und in der Region sind genauso unerlässlich, wie ein zielgruppengerechtes Marketing und eine professionelle Kommunikationsstrategie. Ein Fazit: Es war interessant zu sehen, wie verschieden in der Umsetzung Coworking sein kann. Ein Fazit für Aachen wurde auf der Heimreise im Zug so formuliert; dass Coworking-Aachen irgendwo zwischendiesen beiden Polen liegen sollte! Da sind wir selber mal gespannt. b.m.
